Bürgerschaft Stralsund stimmt gegen Güteangebot (Update)

Wie man mittlerweile in verschiedenen Online-Medien lesen konnte, hat sich die Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund am 18.10.2012 gegen das Güteangebot von der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee und dem Neuendorfer Grundstücksverein ausgesprochen. Das Güteangebot sah einen Pachtzins von 36 Cent je Quadratmeter vor. Zudem sollte die Möglichkeit gegeben werden, einen drei Meter breiten Streifen an den Häusern für 56 Euro je Quadratmeter zu kaufen.  Betroffen sind rund 80 Familien. Im nichtöffentlichen Teil der Bürgerschaftssitzung wurde übrigens die Pacht um 26 Cent auf 3.50 Euro fast einstimmig beschlossen

Es gibt aber auch Kritik aus Stralsund gegen die Gemeinde Hiddensee. So schreibt Jürgen Suhr (Grüne) Stadtverbandsvorsitzende und Fraktionschef Forum Kommunalpolitik auf Stralsund intern:

Für eines habe ich jedoch kein Verständnis: Die Grundstücke, um die es geht, sind zu jeweils 50% im Eigentum der Hansestadt Stralsund und der Gemeinde Hiddensee. Die Gemeindevertretung Hiddensee hätte – so hat es die Stralsunder Stadtverwaltung unmissverständlich erläutert – gemeinsam mit Bürgermeister Gens ohne Weiteres die Möglichkeit, die Pacht für ihren 50%igen Grundstücksanteil zu reduzieren und den eigenen Bürgerinnen und Bürgern so deutlich entgegen zu kommen. Herr Gens fordert dies lautstark von den Bürgerschaftsmitgliedern in Stralsund, setzt dies aber nicht in seiner eigenen Gemeinde um. Mit Glaubwürdigkeit hat dies aus meiner Sicht nichts mehr zu tun.“

Update: Es gibt seit einer Woche ein überarbeitetes Güteangebot. Dieses sieht den Kauf einer Fläche von zu 500 m² um das Haus vor und der Stralsunder Anteil soll nun 80 Euro/m² statt ehemals 56 Euro/m³ betragen.

Update 2: Auch gibt es eine Online-Petition für die Unterstützung der Neuendorfer. Abrufbar unter: www.openpetition.de/

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11 Kommentare

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  1. 6
    • Thomas H?nscheid-von der Lancken on 20. November 2012 at 22:02

    Recht hat er, der Mann. (Sharky klingt ja eher nach einem Mann als einer Frau.) Das Problem d?rfte mal wieder sein, dass es bei 700 Leuten schon sehr schwer ist, dass sich alle einig werden. Bei uns daheim sind wir nur zu dritt – und da fliegen schon die Fetzen … Dabei ist es doch auf Hiddensee wirklich einfach: Was wirtschaftlich gut ist f?r die Insulaner, ist auch gut f?r die Insel, ?kologisch gesehen. Denn das Kapital von Hiddensee ist ja seit Jahrzehnten seine Unber?hrtheit. Was die Menschen auf Hiddensee suchen, ist dieses „aus der Zeit gefallen sein“. Nie war diese Urspr?nglichkeit wertvoller als heute.

    Wer der Insel das nimmt, der nimmt ihr auch ihre wirtschaftliche Zukunft. Und umgekehrt: Wer das sch?tzt, der sch?tzt die Einzigartigkeit der Insel und damit den Wohlstand der Insulaner. Vielleicht ein bisschen zu schematisch gedacht, aber ungef?hr so l?uft es, denke ich. Oder was sollte die Alternative sein?

    Was man sich f?r Hiddensee w?nschen w?rde, w?re ein Neuanfang. Die letzten Jahre erscheinen einem wie „Jahre der D?sternis“. Ein neues, junges Gesicht t?te der Insel gut. Eins, das die wohlmeinenden Kr?fte der Insel hinter sich versammeln kann. Alle, die ein Herz f?r die einzigartige Natur haben, die sie umgibt. Ein Gesicht, das auch ?berregional f?r Hiddensee Sympathien wecken k?nnte. Warum nicht mal eine Frau? Am besten eine, die so h?bsch ist wie die Insel selber, eine blonde Ostsee-Sch?nheit. Sie sollte ihre Insel lieben und etwas von ?kologie verstehen.

    So jemand k?nnte auf Hiddensee, in Stralsund und Berlin die Herzen f?r Hiddensee gewinnen. Und vielleicht am ehesten die wichtigen Dinge durchsetzen. Fragt sich eben nur, was den Hiddenseern wichtig ist. Oder wichtig sein sollte.

    Wie w?r’s mit:
    ? definitivem Baustopp
    ? kein Massentourismus, keine Megaschiffe, keine Gigantomanie
    ? keine saisonverl?ngernden Ma?nahmen (Schwimmhalle etc.)
    ? keine Vergr??erung der H?fen
    ? keine sinnlosen Prestigeprojekte
    ? Erhalt der universit?ren und ?kologischen Einrichtungen
    ? bezahlbarem Wohnraum f?r die Insulaner, die nicht ?ber eine Immobilie verf?gen

  2. 5
    • Sharky on 18. November 2012 at 12:03

    Ich meine, die Hiddenseer m?ssen mal richtig in die Puschen kommen jetzt und sich ALLE einig sein. Da m?ssen doch nur eine Handvoll Leute – nagut vielleicht 700 ? – zusammenkommen und ein gro?es STOP-Schild aufstellen. Und endlich mal eine Positivpresse f?r die Insel zusammenbekommen! ?berregional. Und nicht immer nur Negativ-Schlagzeilen wegen einem Politiker/ehrenamtlichen B?rgermeister, der vielleicht mal gelogen haben soll. Die tun das doch alle. Wo ist das Problem? Das ist doch Pillepalle, Leute, und GAR NICHT das Thema.
    Kriegt Ihr auf der Insel denn nicht mit, dass Ihr mit Scheinthemen („Der B?se hat uns angelogen! Der B?se war bei der Stasi! Der B?se streicht seinen Kahn nicht ordentlich an und so weiter“ alle nur abgelenkt werden sollt von den richtig gro?en Sauereien, die man an den gr?nen Tischen schon planspielm??ig durchexerziert? Und man Euch auf gut Deutsch gesagt, verarscht und hinhaltet? Auf Zeit spielt? Ihr m??t Euch jetzt bewegen, Insulaner. Gemeinsam. Sonst zocken die Euch den Arsch weg –
    das meint Sharky (auf Au?enposten).

    1. 5.1
      • swanti on 21. November 2012 at 21:04

      Sharky,Sie haben so recht!
      Ich bin auf der Insel aufgewachsen,lebe nun wonaders und habe mehr und mehr das Gef?hl,dass die Hiddenseer nicht sehen,was mit Ihnen und der sch?nen Insel gemacht wird!.
      Man sieht gewisse Dinge erst,wenn man einen gewissen Abstand hat-so ist es auch mit dem Inselchen.
      Mir blutet das Herz,wenn ich verfolge,was da oben vor sich geht,und ich bin unheimlich froh,dass ich in den 70/80igern auf der Insel gro? geworden bin…das,was man da nun erlebt,entzweit die wenigern Insulaner und zerst?rt das St?ckchen sch?ne Erde!
      Traurig.

  3. 4
    • Zoologin on 1. November 2012 at 21:36

    Das ganze betrifft aber auch nicht nur die Bewohner auch die Studenten und Forscher die auf der Insel arbeiten. Aber leider werden das auch immer weniger, weil es zu teuer auf der Insel geworden ist. Die Vogelwarte ist schon weg, das Institut f?r ?kologie folgt auch bald. Die Biologische Station w?r auch bald runtergeflogen, weil das Land sich eingemischt hat, da sie sicherlich das Gel?nde teuer verkaufen wollen, wie sie es bei der Vogelwarte getan haben.

    1. 4.1
      • Thomas H?nscheid-von der Lancken on 2. November 2012 at 07:54

      Es gibt eine Person, die von den Hiddenseern legitimiert ist, gegen solche Dinge vorzugehen und nach Kr?ften ihr politisches Gewicht in die Waagschale zu werfen, um sie zu verhindern. Das ist der B?rgermeister.

  4. 3
    • JBode on 30. Oktober 2012 at 11:41

    Es ist sehr, sehr bedauerlich, da? Sie die negative Antwort aus Stralsund zur Pachtstreitigkeit kommentarlos
    schreiben. Sie wollen mit Ihrer Seite auf die Insel aufmerksam machen, dann tun Sie es auch im Sinne der Insel und der Einwohner. Oder sind Ihnen die Neuendorfer egal?
    Gerade Sie m??ten die Petition, die jetzt von wirklichen Hiddenseefreunden gef?rdert wird ver?ffentlichen und
    in alle Welt tragen, als offensichtlich mit gro?er Freude Kund zu tun, da? es Hiddenseern an den Kragen gehen kann. Solche Hiddensee – Freunde braucht kein Mensch.

    1. 3.1

      1. Da ich in der Vergangenheit ?fter mit meiner Meinung angeeckt bin, erspare ich mir auch das kommentieren solcher Sachen. Das kommentieren ?berlasse ich Ihnen bzw. anderen Lesern.

      2. Wenn mit die Initatoren dieser Petition etwas zu ihrer Initative geschickt h?tten, h?tte hier sicherlich auch etwas ?ber diese Petition gestanden.

      1. 3.1.1
        • Thomas Gens on 30. Oktober 2012 at 22:34

        Hallo Hiddensee – Blog,

        ich bin zwar nicht der Initiator der Petition, finde es aber gut, wenn alle zur L?sung des Grundst?ckstreites beitragen k?nnten.

        Daher mal der Link zur Petition mit der Bitte um Unterst?tzung:

        https://www.openpetition.de/petition/online/unterstuetzung-fuer-die-neuendorfer-buerger-die-insel-hiddensee-darf-kein-zweites-sylt-werden

        Vielen Dank f?r eine Unterst?tzung
        Thomas Gens

    2. 3.2
      • Thomas H?nscheid-von der Lancken on 1. November 2012 at 13:52

      Ist es nicht schon Hiddensee-Engagement genug, ein solches Blog zu betreiben? Dazu geh?rt doch viel Zivilcourage. Und mein Eindruck ist, dass der Betreiber Zivilcourage hat, ein feiner Kerl ist und seine Insel liebt – denn sonst w?rde er sich die M?he mit diesem Blog gar nicht machen. Und zur „Syltisierung“ von Hiddensee: Wenn ?berhaupt etwas in der Lage ist, den „Marktkr?ften“ etwas entgegenzusetzen, dann die ?ffentliche Meinung. Wenn Unternehmen, Politiker und Privatleute etwas f?rchten, dann die Transparenz, die ein solches Forum schafft. Ausbau der H?fen, breite Stra?en, teure Appartements, Hubschrauberlandepl?tze: Wenn 1.000 Hiddenseerinnen und Hiddenseer – und alle, die ein urspr?ngliches Hiddensee bewahren wollen – gegen diese Entwicklungen auf die Barrikaden gehen, k?nnen sie etwas bewegen. (Den wohltuenden Stillstand n?mlich.) Thomas Heimlich stellt nur die M?glichkeit dazu zur Verf?gung. Nutzen m?ssen wir sie schon selbst, wenn uns etwas an Deutschlands (noch) sch?nster und (fast noch) urspr?nglichster Insel liegt.

  5. 2
    • Kulle on 28. Oktober 2012 at 16:21

    Tja und irgenwann m?ssen wir halt alle runter, weil wir uns es nicht meht leisten k?nnen.

  6. 1
    • Bewohner on 28. Oktober 2012 at 11:55

    Das ist nur ein weiterer Schritt zur „Syltisierung“ der Insel. Der Ausbau der Stra?en, gro?e Redereien wollen mit Kreuzfahrtschiffen die Insel ansteuern, die Pl?ne die H?fen zu vergr??ern und nat?rlich die Wassertaxis. Jetzt versucht man durch das ?berteuerte G?teangebot die Anwohner von der Insel zu werfen. Nicht vergessen einige Forschungseinrichtungen wurden ja auch schon runter geworfen, wie die Vogelwarte, damit man an die Geb?ude kommen kann. Es gibt immer mehr Zweitwohnungen auf der Insel.
    Irgenwann ist es ein zweites Sylt in der Ostsee und normal verdienende Leute k?nnen dann nicht mehr auf der Insel leben.

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